Bringt eine Initiativbewerbung überhaupt etwas?
Einfach so eine Bewerbung rausschicken, ohne dass eine Stelle ausgeschrieben ist? Klingt riskant, oder? Doch genau darin liegt Deine Chance! Mit einer durchdachten Initiativbewerbung kannst Du aus der Masse herausstechen, Eigeninitiative beweisen und vielleicht sogar eine Stelle bekommen, die noch gar nicht offiziell ausgeschrieben wurde.
Selbst wenn es nicht sofort klappt, hinterlässt Du einen positiven Eindruck und kannst wertvolle Kontakte knüpfen. Unternehmen merken sich engagierte Bewerber*innen oft und kommen später auf sie zurück. Insofern sind Initiativbewerbungen eher auf mittelfristigen Erfolg ausgelegt – bei der akuten Jobsuche sollte man nicht allein darauf setzen.
Wichtig ist allerdings, dass Du gezielt und strategisch vorgehst. Hier sind fünf Tipps, die Dir helfen, einen positiven Eindruck zu hinterlassen:
1. Bewirb Dich nur bei Unternehmen, die wirklich passen
Eine Initiativbewerbung hat die Macht, dem Unternehmen zu signalisieren, dass Du es bewusst ausgesucht hast. Deshalb solltest Du also nicht blind an alle Firmen Initiativbewerbungen verschicken, die „ungefähr“ in Frage kommen, sondern gezielt an ausgewählte Unternehmen, die Dich persönlich, z.B. durch ihre Werte und Visionen, ansprechen, deren Produkte Dich begeistern oder deren Dienstleistungen Du mit Deinen Fähigkeiten optimal ergänzen kannst, und bei denen Du Dir tatsächlich eine Zukunft vorstellen kannst.
Dein Anschreiben sollte deutlich machen, warum genau dieses Unternehmen und Du perfekt zusammenpassen.
Stelle Dir Fragen wie:
- Was macht das Unternehmen besonders?
- Wie könnte ich dort einen echten Mehrwert schaffen?
- Wo sehe ich mich in diesem Unternehmen langfristig?
Diese Recherche hilft Dir nicht nur, Dein Bewerbungsschreiben zu personalisieren, sondern erhöht auch Deine Erfolgschancen.
2. Kenne das Unternehmen in- und auswendig
Eine Initiativbewerbung unterstellt, dass Du Dich intensiv mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast. Du solltest im besten Fall genau über das Unternehmen Bescheid wissen, die Entscheider und relevanten Gesprächspartner und ggf. auch die Unternehmensabläufe sowie die Rahmenbedingungen Deines potenziellen Jobs kennen. Auch die derzeitige wirtschaftliche Lage und die Mitbewerbersituation gehören zum Bewerbungs-Grundwissen. Die Homepage des Unternehmens wird eine wahre Fundgrube sein, und auch Google wird Dich bei der Suche nach relevanten Unternehmensdaten unterstützen.
Also: Bevor Du Deine Bewerbung verschickst, mache Deine Hausaufgaben und finde so viel wie möglich über das Unternehmen heraus. Besuche die Firmen-Website, lies aktuelle News, checke Social Media und Bewertungen auf Plattformen wie kununu.
Zusätzlich kann ein persönlicher Kontakt hilfreich sein, um mehr über die Arbeit, derzeitige Projekte und bevorstehende Stellenausschreibungen zu erfahren. Wenn Du Dich entscheidest, direkt in der Personalabteilung anzurufen, hast Du bei guter Vorbereitung auch den perfekten Türöffner für Deine Bewerbung. Auch die Kontaktaufnahme über Xing oder andere Social-Media-Plattformen, auf denen das Unternehmen vertreten ist, ist geeignet, mehr über das Unternehmen zu erfahren. Perfekt, wenn du potenzielle Kolleg*innen interviewst. Je besser Du informiert bist, umso überzeugender kannst Du argumentieren, warum Du die geeignete Person für das Unternehmen bist.

3. Setze auf eine kreative Bewerbungsform
Klassische Bewerbungen per E-Mail sind Standard, aber warum nicht auffallen? Eine edel gestaltete Bewerbungsmappe, ein kreatives Bewerbungsvideo oder sogar eine eigene Bewerbungswebsite können den Unterschied machen.
Lass die Bewerbungsmappe wieder aufleben – Längst aus der Mode gekommen und vielleicht gerade deshalb ein Ass im Ärmel, ist die Bewerbungsmappe, der Oldtimer unter den Bewerbungen. In einer Welt, wo alles in Sekundenschnelle durch virtuelle Netzwerke braust, gerät diese Schneckenpost langsam in Vergessenheit. Doch gerade aus diesem Grund kann sie im Entscheidungsfall das Zünglein an der Waage sein. Sie symbolisiert ein gewisses Extra an Bemühungen deinerseits, hat eine persönliche Note – schließlich hattest Du die Dokumente selbst in den Händen und hast im besten Fall persönlich unterschrieben – und weckt deshalb Vertrauen.
Auch der Lesekomfort wird erhöht, und die Inhalte bleiben besser im Gedächtnis. Die Wahrnehmung der Farbtöne der Mappe, das Gefühl des Durchblätterns der Dokumente, die Haptik der verschiedenen Unterlagen sowie der Geruch der Druckerschwärze werden im Gehirn des Lesers an emotionale Inhalte geknüpft und besser gespeichert. Falls Du Dich also für eine gedruckte Bewerbung entscheidest (falls diese nicht ausdrücklich abgelehnt wird), achte auf eine hochwertige Präsentation. Eine schön gestaltete Mappe wird nicht so leicht vergessen oder in den Papierkorb geworfen wie eine Standard-E-Mail. Wenn Du dann auch noch einen Link auf Deine Bewerbungshomepage anbietest, die dem Personaler die Erfassung in sein digitales Bewerbungsmanagementsystem ermöglicht, wirst Du strahlende Augen produzieren.
4. Sei authentisch und selbstbewusst
Liste zunächst für Dich Deine Kompetenzen auf und überlege, wie diese dem jeweiligen Unternehmen helfen könnten. Wenn Du Deine individuellen Kompetenzen für ein Unternehmen oder eine Branche nicht relevant findest, dann solltest Du Dich auch nicht dort bewerben. Entscheidend ist, dass Du nichts erfindest oder zu stark ausschmückst, sondern höchstens in einem Licht darstellst, das die Wichtigkeit dieser Erfahrung oder Stärke für die potenzielle Stelle verdeutlicht.
Sei authentisch in Deinen Formulierungen und von Anfang an ehrlich mit Dir selbst und dem Unternehmen. Verbiege Dich nicht, um in das Unternehmen zu passen, sondern bringe auch gerne Deine eigenen Interessen und Wünsche zum Ausdruck – schließlich geht es um eine möglichst langfristige Passung von beiden Seiten.
Wichtig ist, dass Du den Nutzen für das Unternehmen in den Fokus stellst: Was kannst Du beitragen? Warum bist Du die perfekte Ergänzung?
Schüchternheit, Zweifel und Pessimismus haben in Bewerbungsschreiben nichts zu suchen. Bescheidenheit kannst Du Dir für deine Oscar-Rede aufheben! Ein zentraler Aspekt von erfolgreichen Bewerbungen wird oft schwer unterschätzt:
Du selbst musst wirklich glauben, dass Du für das in Frage kommende Unternehmen die perfekte Verstärkung wärst. Nur dann nämlich kannst Du Dich mit voller Kraft und Selbstbewusstsein in ein Initiativanschreiben stürzen. Vertraue auf das, was Du kannst und das, was Dich ausmacht – ohne überheblich zu werden.
Dieses Selbstvertrauen und der feste Glaube, dass Du schaffen kannst, was in diesem von Dir ausgewählten Unternehmen vermutlich gefordert wird, wird durch die intuitiv von Dir gewählten Worte übertragen. Sobald Du an Dich glaubst, wird es Dir auch gelingen, gelassener an Dein Bewerbungsanschreiben heranzugehen und dieses überzeugend zu verfassen.
Wenn es Dir noch ein bisschen an diesem Selbstvertrauen mangelt, mache Dir doch noch einmal eine Auflistung Deiner ganz persönlichen Stärken. Frage auch Freunde, Kollegen oder Geschäftspartner*innen, welche positiven Eigenschaften sie Dir zuschreiben – daraus erstellst Du Dein ganz persönliches Portfolio und fertig ist Deine Be-WERBUNGS-Grundlage für eine gelungene Initiativbewerbung.
5. Halte den Kontakt aufrecht
Nach dem Abschicken der Bewerbung ist es nicht vorbei! Wenn Du nach zwei bis drei Wochen keine Rückmeldung bekommst, frage freundlich nach. Das zeigt Interesse und Engagement.
Falls es nicht sofort klappt, bleib dran: Vernetze Dich mit Ansprechpartner*innen auf LinkedIn oder Xing, halte Dich über das Unternehmen auf dem Laufenden und zeige weiterhin Dein Interesse, indem Du z.B. Beiträge kommentierst oder in Gruppen mitdiskutierst, in denen das Unternehmen aktiv ist.
Fazit: Mit Strategie zum Erfolg
Eine Initiativbewerbung kann eine große Chance sein – aber nur, wenn Du es richtig anstellst. Setze auf Qualität statt Quantität, recherchiere gründlich, wecke bereits im Vorfeld Interesse und sei mutig in Deiner Bewerbung. Wer Initiative zeigt, hat oft die besten Chancen, genau den Job zu bekommen, den er oder sie sich wünscht!